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Die
Schwitzhütte ist ein uraltes Reinigungsritual, welches von vielen Völkern rund
um den Erdball praktiziert wird. Das Inipi ist die Ritualform die sich bei den
Lakotah Indianern vor mehr als tausend Jahren entwickelt hat.
Sun Pedro erhielt
die Genehmigung und Ausbildung für die Leitung von Inipis von seinem Mentor
Michael Two Feathers, einem Medicine Helper der Lakotah. Aus diesem Grund folgen
auch wir weitgehend diesem traditionellen Weg. Wir betrachten aber das Ritual
als einen lebendigen Prozess und weichen in manchen Details von der Tradition
ab, wenn uns dies für das europäische Verständnis notwendig erscheint.
Das Inipi
Das Ritual
Info für die Teilnehmer
Michael Two
Feathers, Lakota Medicine Helper
und Sonnentanzleiter spricht über das Inipi Ritual -
(Pdf - Datei)
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Inipi
bedeutet wörtlich übersetzt: "wo sie schwitzen"
Die Lakotah kennen verschiedene Formen der Schwitzhütte. Wir benutzen eine Form
aus sechzehn senkrechten Stangen, traditionell ein Inipi für Heilrituale.
Die Weiden- oder Haselnussruten werden kreisförmig in den Boden gebracht und zur
Mitte gebogen, so entsteht ein kuppelförmiges Gerüst. Die Stangen werden durch
vier horizontale Kreise aus demselben Holz verbunden.
Die Wahl des Platzes, Anzahl der Stangen, die Ringe, die Position, die
Ausrichtung des Einganges und der Schwitzhütte, sowie viele Details bei der
Errichtung haben eine rituelle Bedeutung.
In der Mitte der Kuppel wird eine Grube ausgehoben, die später die heißen Steine
aufnehmen wird. |
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| Aus dem
Aushub wird vor der Schwitzhütte der "Mondhügel" geformt, ein kleiner Erdhügel
auf dem später die Ritualgegenstände, wie zum Beispiel die heilige Pfeife
abgelegt werden. Einige Schritte entfernt befindet sich die Feuerstelle, in der
später die Steine erhitzt werden. Das Gerüst der Schwitzhütte wird vor dem
Ritual mit mehreren Lagen Decken und Planen abgedeckt um die Hitze im Inneren zu
stauen, früher wurden dafür Bisonhäute verwendet.

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Das Ritual
ist die äußere Form, die dazu dient, unseren Inneren Prozess zu begleiten und zu
beschleunigen. Ohne der entsprechenden inneren Bereitschaft und Hingabe kann es
seine volle Wirkung nicht entfalten.
Oft sind es auch nur unsere vorgefaßten
Erwartungen, die einem unvoreingenommenen Erleben im Weg stehen.
Etwa zwei Stunden vor dem Betreten der Schwitzhütte wird vom Feuerhüter ein
Holzstoss auf der Feuerstelle errichtet.
Die Teilnehmer platzieren darauf ca. 32 –
40 handballgroße Steine, begleitet von guten Wünschen und Widmungen. Nach dem
Entzünden des Feuers werden die Steine bis zur Rotglut erhitzt. Wir nutzen die
Zeit zur persönlichen Einstimmung, knüpfen die Prayer Ties (Gebetssäckchen),
Trommeln, Rasseln und Singen. |
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Unterstützt vom Rhythmus der Rahmentrommel, wird die
Vorbereitung mit einer Räucherung mit Salbei und Adlerfedern
abgeschlossen.
Der Schwitzhüttenleiter betritt gefolgt von den Teilnehmern die Schwitzhütte,
alle nehmen im Kreis ihren Platz ein.
Der Feuerhüter bringt die ersten Steine zum Eingang, die vom Leiter in die Grube
im Inipi gelegt werden. Der Eingang wird verschlossen und die Steine mit
Kräuterwasser übergossen.
Es entfaltet sich reichlich Dampf und Hitze.
Die Schwitzhütte wird in
vier Runden abgehalten. Jede Runde ist einem Thema zugeordnet, die Gestaltung
liegt in der Obhut des Leiters. Seine Erfahrung und sein Wissen, sowie das
eingebrachte Potential jedes einzelnen Teilnehmers bestimmen die Qualität des
Schwitzhüttenrituals.
Wir trommeln, singen, halten Stille, und geben uns der eigenen Innenschau hin.
Wir teilen unsere persönlichen Gedanken und Wünsche mit Anderen.
...nichts was gesagt oder getan werden muß, nichts was nicht gesagt werden
darf....
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| Das
Verbleiben im Inneren beträgt ca. 2 bis 2,5 Stunden.
Die Schwitzhütte kann, falls notwendig, am Ende
jeder Runde verlassen werden. In diesem Fall wird das Ritual draußen am Feuer
bis zum Ende still begleitet.
Das Inipi
hat aber auch den Sinn an die persönlichen Grenzen zu gehen und sie zu
überwinden. Die große Hitze und die Dunkelheit helfen uns in einem geschützten
Rahmen, losgelöst von Konditionierung und der Erfüllung von Erwartungen, sich
selbst und Anderen frei und ehrlich zu begegnen. |
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Info
für die Teilnehmer
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Wir
benötigen wetterfeste u. warme Kleidung, Schlafsack, Badetuch und Handtuch,
Shorts für Männer, Badekleidung und langes T-Shirt oder Badekleid für Frauen,
Taschenlampe.
Einige Stunden vor der Zeremonie sollte nichts mehr gegessen werden, wir trinken
nur noch reichlich Wasser od. Tee.
Bitte verzichtet an diesem Tag auf den Genuß von Alkohol, die Ausdünstung ist
störend für andere Teilnehmer!
Frauen in der Menstruation sollen bitte nicht teilnehmen, da sie sich sowieso in
ihrer natürlichen Erneuerung befinden und dieser Prozess traditionell im
Konflikt mit dem Ritual in der Schwitzhütte steht!
Wir empfehlen die Nacht nach dem Inipi vor Ort zu bleiben, um das Erlebte
nachwirken zu lassen. Nach dem gemeinsamen
Abbau am nächsten Morgen hilft die abschließende Reflexionsrunde die
persönlichen Erfahrungen in das Alltagsleben zu integrieren.
Die Teilnahme bedingt eine normale körperliche Konstitution und setzt die
Eigenverantwortlichkeit voraus. |
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